Weißwein – wo er wächst und warum er so beliebt ist!

weißwein
Ein schöner, angenehm temperierter Weißwein ist immer ein Traum.

Wie entsteht eigentlich Weißwein?

Wie auch schon in unserem Artikel zum Rotwein geschrieben, entsteht auch Weißwein durch die alkoholische Gärung bestimmter Weintrauben. Die Farbe der verwendeten Beerenhaut kann sowohl hellgelb, gelbgrün, grün, grau, graurot oder rot sein.

Oder mit anderen Worten: Auch mit roten Weinbeeren lassen sich Weißweine herstellen.

Dies liegt daran, dass die Farbe, die letztlich für die rote Färbung des Weins verantwortlich ist, sich fast vollständig in der Schale der Beeren befindet. Das Fruchtfleisch, also der  Teil der Weintraube der weiterverarbeitet wird, enthält so gut wie keine Farbpigmente.

Will der Winzer Weißwein produzieren, dann extrahiert er die Bestandteile der Beerenschale möglichst gar nicht erst. Sondern er presst den Beerensaft möglichst frühzeitig ab. Der Winzer erhält somit eine meist strohgelbe bis goldgelbe Farbe im Wein. Für die Weißweinherstellung können daher sowohl weiße als auch rote Beeren verarbeitet werden – wichtig ist ein helles Fruchtfleisch der auserwählten Trauben. Die Vielfältigkeit beim Weißwein ergibt sich durch die große Auswahl an unterschiedlichen Rebsorten, verschiedensten Verfahren der Weinherstellung sowie der Varianz des Restzuckergehalts.


Wo wächst der Weißwein

weißwein beeren
Reife Trauben sind die Voraussetzung für einen guten Weißwein.

Weißwein wird in fast allen Weinbaugebieten Deutschlands angebaut. Durch die guten Bedingungen in den deutschen Anbaugebieten mit ganz eigenem Mikroklima und mineralischen Böden existieren viele edle Weißweintropfen – allen voran die deutschen Riesling Weine – die sogar weltweit einen exzellenten Ruf genießen.

Die wichtigsten und größten Weißwein-Anbaugebiete sind heute die Weinanbaugebiet Rheinhessen, Franken, Mosel und Baden .


Welches sind die wichtigsten Weißweine?

In den letzten 5000 Jahren sind durch Züchtung und Kreuzung allerlei verschiedener Weinreben tausende Rebsorten hervorgegangen, von denen heute nur noch ein Bruchteil für das Keltern von Wein genutzt werden. Doch auch bei den noch verbleibenden mehr als 100 Rebarten ist es nicht immer leicht den Überblick zu behalten. Wir zählen Ihnen daher nur die 5 wichtigsten, die Sie auf alle Fälle kennen sollten, kurz auf und nennen die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale.

  • Riesling: Wie schon erwähnt sind vor allem die deutschen Winzer für ihre edlen und hochwertigen Riesling-Weine bekannt. Gerade das kühle, gemäßigte Klima ist die ideale Voraussetzung für den Anbau dieser Traube.
  • Chardonnay: Eine der drei wichtigsten Rebsorten zur Herstellung von Champagner. Doch auch viele gute Stillweine werden mit dieser Traube hergestellt. Sie zeichnet sich durch ein leicht nussiges und etwas buttriges Aroma aus. Der Geschmack ist nicht immer charakteristisch und nur in Nuancen schmeckbar. Dies führt dazu, dass der Chardonnay und seine Aromen stark durch das Anbaugebiet beeinflussbar sind. Eine weitere Besonderheit ist, dass diese Traube als eine der wenigen Weißweintrauben im Barrique (Eichenfass) gekeltert werden können. Der Chardonnay kann somit ein breites Spektrum von fein-säuerlich über elegant bis vollmundig abbilden.
  • Sauvignon Blanc: Diese Traube stammt ursprünglich aus Frankreich. Heute wird sie insbesondere in Neuseeland angebaut. Der Sauvignon Blanc ist ein recht aromatischer und gehaltvoller Weißwein. Auch hier kann er sich aber leicht unterscheiden – je nach Anbaugebiet.
  • Grauburgunder: Trotz seiner rotgefärbten Trauben wird aus diesen Trauben Weißwein hergestellt. Dies kommt daher, dass die rote Farbe der Trauben in der Haut steckt und nicht im Fruchtfleisch. Daher gilt der Grauburgunder als eine Mutation des Pinot Noir (Spätburgunder). Die Rebsorte ist stark verbreitet und wird in Italien als Pinot Grigio, in Frankreich als Pinot Gris und im badisch-schwäbischen Raum als Ruländer vertrieben.
  • Weißburgunder: Eine besondere Weißwein-Rebsorte ist der Weißburgunder oder auch Pinot Blanc genannt. Die Rebsorte ist sehr wahrscheinlich als eine Mutation aus dem Pinot Gris (Grauburgunder) hervorgegangen. Im Weinbau gilt der Weißburgunder als relativ leicht anzubauen, benötigt aber warme, exponierte Lagen und tiefgründige Böden, um perfekt zu reifen. In Deutschland wird der Weißburgunder in großen Mengen kultiviert. Insbesondere in den Gebieten Baden, Pfalz und Rheinhessen. Als Endprodukt wird er hauptsächlich zu einen trockenen Weißwein ausgebaut. Seine frische, milde Säure und die feinen Fruchtaromen machen ihn zum idealen Sommerwein. Sein angenehmes Säurespiel macht ihn zur idealen Essensbegleitung.

Worin sich Weißweine unterscheiden

Wenn Du dich fragst worin sich Weißweine unterscheiden und welche Aromen ein guter Weißwein entfalten kann, dann empfehle ich Dir einen Blick auf die Seite www.michaelmagwein.wordpress.com von Michael Baumann. Michael ist ein echter Weinkenner und ich lese schon immer gerne seine Berichte über die neuesten Verkostungen. Es lohnt sich bei ihm vorbeizuschauen.


Die wichtigsten Unterschiede zum Rotwein

Die weißen Rebsorten sind grundsätzlich weniger anspruchsvoll als Rotwein-Rebsorten. Weißwein benötigt weniger Wärme und Licht bis zur Vollreife der Beeren. Auch interessant ist, dass die für einen guten Rotwein wichtigen Tannine beim Weißwein so gut wie keinen Einfluss auf die Qualität haben. Dies liegt daran, dass durch die frühe Pressung eine Extraktion der Tannine weitgehend verhindert wird. Hinzu kommt, dass weiße Rebsorten oft vor der phenolischen Reife geerntet werden, um einen höheren Säuregehalt zu erzielen. Von entscheidender Wichtigkeit für die Weißweinqualität ist gerade das Zusammenspiel zwischen Alkohol, Zucker auf der einen und der Säure auf der anderen Seite.

Was ist die physiologische Reife:

Bezeichnung für den optimalen Reifezustand der Weintrauben im jährlichen Zyklus des Rebstocks. Zu diesem Zeitpunkt bzw. Traubenzustand sollte die Weinlese durchgeführt werden.


Die wichtigsten Varianten des Weißweins

Trockener Weißwein

Ein trockener Weißwein besitzt in der Regel einen Restzuckergahlt von weniger als 4 Gramm Zucker pro Liter. Die Herstellung ist nicht ganz trivial, da sein Gleichgewicht lediglich auf zwei Parametern beruht: Säure und Alkoholanteil.

Restsüße Weine und Dessertweine

Rot- oder Weißweine mit einer hohen Restsüße bezeichnet man als Dessertwein. Diese Restsüße stammt ausschließlich aus der Weinbeere. Eine Aufzuckerung findet selten statt. Bei Prädikatsweinen wird vollständig darauf verzichtet. Aufgrund der Süße dieser Weine reicht man ihn gerne zum Nachtisch. Ebenfalls üblich ist es als Aperitif einen Dessertwein zu sich zu nehmen. Interessant ist, dass zur Herstellung fast immer vollreife Trauben verwendet werden, die meist mit einer Edelfäule befallen sind. Andere Sorten von Dessertweinen werden mit getrockneten Beeren (Strohwein) oder gefrorenen Beeren (Eiswein) hergestellt. Alle verwendeten Trauben müssen über ein hohes Mostgewicht, also einen hohen Anteil an eigenen Zucker verfügen.

Schaumwein

Hierunter versteht man alle Weine, die Kohlensäure enthalten.  Bekanntestes Beispiel ist der Champagner und der Sekt. Weniger bekannte Weine sind der Crémant, Cava und Spumante. Wie bei den bekannten Stillweinen reicht ihr Spektrum bis trocken, leicht bis schwer sowie rot, weiß als auch rosé. Per Definition müssen Schaumweine mit Kohlensäure angereichert sein. Dabei muss der Schaumwein bei 20° Celisus in der Flasche einen Druck von mindestens 3 Bar aufweisen. Perlwein beispielsweise erreicht keine 3 Bar, sondern nur zwischen 1-2 Bar.


Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Weißwein und Sekt?

Sekt_Kohlensäure
Der bekannteste Schaumwein ist der beliebte Sekt.

In Deutschland und Österreich werden sogenannten Qualitätsschaumweine üblicherweise als Sekt bezeichnet.Ein Schaumwein, ist ein alkoholisches Getränk mit Kohlensäure, dessen Alkoholgehalt mindestens zehn Volumeprozent beträgt. Der Grundwein und die so genannte Dosage müssen dabei aus demselben Anbaugebiet stammen.


Was ist eine Dosage?

Bei Sekten muss vor dem endgültigen Verschluss durch einen Korken der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen werden. Dies wird durch Auffüllen mit der sogenannte Versanddosage erledigt. Hierbei wird dem Sekt eine geschmacksgebende Menge an bestimmen, extra ausgewählten Süßweinen oder Süßreserven zugeführt. Manchmal wird auch Esprit de Cognac oder einfach eine Zuckerlösung zugegeben. Oft handelt es sich um ein Geheimnis der Sekthersteller. Die prägende Note eines Sektes reicht im Endstadium von extrem trocken bis hin zu sehr süß.

Bekannt sind die folgenden Geschmacksrichtungen der Dosagen:

  • Ultra Brut, 0-3 g / Liter Restzucker
  • Extra Brut , 0-6 g / Liter Restzucker
  • Brut , 0-12 g / Liter Restzucker
  • Extra Sec oder Extra Dry 12 bis 17 g / Liter Restzucker
  • Sec, 17 bis 32 g / Liter Restzucker
  • Demi , 32-50 g / Liter Restzucker
  • Doux, mer als 50 g / Liter Restzucker