Eiswein ? Der etwas anders gekelterte Wein und seine Besonderheiten

Hast du schon einmal von Eiswein gehört? Das ist ein ganz besonderer Wein, der zu einer bestimmten Jahreszeit gekeltert wird. In einem ursprünglich schlechten und kalten Jahr entstand der Wein, der heute weltweite Anhänger findet und höchste Qualität anbietet. Welche Eigenschaften der Wein hat, wo er herkommt und weitere Informationen liefert dir der nachfolgende Artikel.

Herkunft und Lage

Der Eiswein stammt hauptsächlich aus

  • Deutschland,
  • Österreich,
  • den USA,
  • der Schweiz
  • und Kanada.

Dabei ist Kanada der größte Hersteller weltweit. Dort wird der Wein icewein genannt. In Kanada herrschen beste Voraussetzungen für den Wein, denn im Herbst bzw. Winter sind Minusgrade und trockene Winde keine Seltenheit. Seit 1975 produziert das Land den süßen Wein, der eine besonders fruchtig-erfrischende Note aufweist. In Deutschland wird der Wein, der weltweiten Ruf genießt, vor allem im rheinhessischen Gebiet angebaut, wo der Ursprung des Weines liegt.



Geschichte

Schon die alten Römer kannten um 44 n. Chr. einen Wein, der aus gefrorenen Trauben gekeltert worden ist. Der heute bekannte Eiswein entstand im Jahr 1830 in Dromersheim bei Bingen in einem sehr kalten Winter. Im rheinhessischen Städtchen hatten die Winzer zunächst nicht vor, die von Frost überzogenen und gefrorenen Trauben zu ernten. Dennoch entschlossen sie sich die Ernte vorzunehmen, um die Trauben an das Vieh zu verfüttern. Schließlich fanden sie heraus, dass die Trauben zwar wenig saftig, aber sehr süß waren. Das Mostgewicht war sehr hoch und eignete sich, um den Eiswein zu produzieren.

Seit 1982 trägt der Wein den Titel Prädikatwein. Gründe dafür sind u. a., dass die Herstellung sehr aufwendig ist und die Traubenlese sehr gering ausfällt.


Eiswein bezeichnet einen Wein, der aus gefrorenen Trauben hergestellt wird.

Sortenmerkmale und Eigenschaften

Der Eiswein ist in der Regel ein Weißwein, der trocken bis halbtrocken ist. Er bringt eine süßliche Note mit und ist sehr erfrischend. Der Wein sieht goldgelb aus und ist dickflüssiger als andere Weißweine. Der Wein besitzt einen niedrigen Alkoholgehalt von gerade einmal 7 Vol.-%.

Für den Wein werden nur gesunde Trauben geerntet. Sie dürfen keine Edelfäule oder andere Schimmelpilze aufweisen.

Den Prädikatswein trinkst du gerne zu festlichen Anlässen und besonderen Gelegenheiten. Für ein Dinner unter Freunden kannst du den Wein als Aperitif servieren oder zum Dessert reichen. Der Wein passt sehr gut zu einem Dessert wie etwa zu

  • Kuchen,
  • Eis,
  • Sorbet
  • usw.

Erkläre deinen Gästen, welche Besonderheit der Wein mitbringt und welche Aromen sie erwarten dürfen. Anstelle eines süßen Desserts kannst du es auch wie die Franzosen halten und einen Käse anbieten, der cremig und salzig ist. Ein Edelschimmelkäse bietet sich dafür an. An der Käsetheke kannst du dich beraten lassen, welcher Käse noch zu einem Eiswein passt. Die unterschiedlichen Geschmacksaromen von Käse und Wein passen sehr gut zusammen.

 

 

 


Besonderheiten zu anderen Weinen

Im Vergleich zu anderen Weinen hat der Eiswein viel Säure und enthält eine hohe Konzentration der Inhaltsstoffe der Beeren. Meist wird er aus den Rebsorten

  • Riesling,
  • Vidal Blanc
  • oder Chenal Blanc

gekeltert. Die häufigste Rebsorte ist Riesling. Der Prozess von der Weintraube bis zum fertigen Wein ist sehr aufwendig und lang. Der Winzer lässt die Weintrauben bis in den Winter hinein am Rebstock hängen. Frost und Kälte sind für andere Weine ein Verderben, doch beim Eiswein bringt die kalte Jahreszeit die richtigen Aromastoffe mit. Im Februar wird geerntet, wenn die Temperaturen auf Minus 7 °C fallen. Die Trauben müssen dann gefroren sein, die direkt gekeltert werden. Das in den Trauben enthaltene Wasser bleibt als Eis zurück und der Most kann gewonnen werden.

Sonstige Aspekte, die wichtig sind

Der Prädikatwein muss seit dem Jahr 1982 laut Gesetz ein Mindestmostgewicht aufweisen. Es muss dem einer Beerenauslese entsprechen, die sich nach der Größe des Anbaugebiets richtet.

Die Arbeit des Winzers ist höher, als du zunächst denken würdest. Er muss stets seine Rebstöcke überwachen, Kultivierungsmaßnahmen vornehmen, im Frühjahr einen Rückschnitt am Rebstock machen usw. Zudem ist der Zeitpunkt der Lese sehr entscheidend: Die Temperaturen müssen mitspielen und die Trauben gefroren sein. Nur dann entsteht der süße Most, der für den beliebten Prädikatswein gebraucht wird. Das ist auch der Grund, warum nur wenige Winzer den Wein produzieren. Es kann sehr riskant sein, Eiswein herzustellen. Nur 5 bis 10 % der gesamten Ernte können als Wein genutzt werden. Kein Wunder, dass der Prädikatswein weltweit so begehrt ist.