Werde Dein eigener Winzer – Wein selber machen

Wer selbst ein Winzer werden möchte, ist hier richtig! Wir zeigen Dir hier, wie es funktioniert.

Werde Dein eigener Winzer – nichts leichter als das!

Liebst Du es, Dich am Abend gemütlich mit einem Glas Wein vor den Fernseher zu setzen? Dann solltest Du vielleicht einmal darüber nachdenken, Deinen eigenen Wein anzusetzen. Dies ist kein Hexenwerk, solange Du das passende Equipment hast. Der Vorteil: Du kannst Dir selbst aussuchen, was für Zutaten beziehungsweise Früchte Du verwendest und so Dein ganz persönliches Geschmackserlebnis kreieren.


Wein selber machen mit einem Starterset

Wenn Du noch gar keine Ahnung vom Wein selber machen hast, kann ein Starterset recht hilfreich sein. Solche Sets sind beispielsweise beim Shoppingriesen Amazon erhältlich und kosten nicht mehr als 30 Euro. Bei Amazon findest Du aber nicht nur Startersets, sondern auch alle anderen Hilfsmittel zum Wein selber machen. Mit der Wiltec Spindelpresse beispielsweise kannst Du ohne große Anstrengung Beeren, Trauben und diverse andere Obstsorten verarbeiten. Keinesfalls solltest Du die Trauben für Deinen Wein nämlich in einen Entsafter geben. Dieser würde die Kerne zerstören und damit Bitterstoffe freisetzen; zum Wein selber machen also gänzlich ungeeignet.


Das benötigst Du für Deinen ersten selbstgemachten Wein

Zunächst benötigst Du natürlich Weintrauben. Diese sollten unbedingt reif sein, aber keine faulen Stellen besitzen. Die Trauben sollten gründlich gewaschen und anschließend gut getrocknet werden. Verwende keine Schüsseln aus Metall, da dieses Material den Geschmack negativ beeinflussen könnte. In dieser Zeit kannst Du Dir schon mal alle anderen Zutaten und Hilfsmittel bereit legen, die Du für Deinen eigenen Wein benötigst. Diese Liste kann Dir dabei hilfreich sein:

  • ein Gärgefäß, am besten einen Ballon aus Glas
  • einen Absaugschlauch
  • eine Waage
  • ein Vinometer
  • Zucker, Zitronensäure und Hefenährsalz
  • flüssige Hefe (keine Backhefe verwenden!)
  • Kaliumpyrosulfit
  • Kalk

Wie Du siehst, kommt schon einiges an Zutaten zusammen. Ein entsprechendes Starterset kann also durchaus sinnvoll sein. In diesem ist bereits alles für Deinen eigenen Wein enthalten und Du musst Dich nicht erst in mehreren Geschäften auf die Suche begeben.


Nun musst Du Dich entscheiden, ob Du die Saft- oder die Maischegärung bevorzugst. Bei der Saftgärung verwendest Du ausschließlich den Traubensaft, bei der Maischegärung auch die Trauben selbst. In diesem Fall werden die Früchte vorher püriert, was mit einer Obstpresse am besten funktioniert. Egal für welche Variante Du Dich entscheidest: Auf jeden Fall musst Du dem Obst nun Zucker zufügen. Die Zugabe kann entweder komplett oder in mehreren Teilschritten (am besten in vier Portionen pro Tag) erfolgen. Letztgenannte Variante sorgt dafür, dass Dein Wein einen höheren Alkoholgehalt bekommt. Nun gibst Du die Hefe hinzu, denn diese wandelt den Zucker in Alkohol um. Optional kannst Du dem Gemisch vorher noch Zitronensäure oder Kalk hinzufügen, um den Säuregehalt etwas zu mindern beziehungsweise den zu erhöhen. Dieses fertige Gemisch wird als Maische bezeichnet. Diese solltest Du nun in einen Gärbehälter geben, wo die eigentliche Gärung stattfindet. Die Gärung beginnt am dritten Tag nach dem Ansetzen des Weines. Dies erkennst Du gut daran, dass das Gemisch zu blubbern beginnt. Steigen keine Blasen mehr auf, sollte Dein Wein fertig sein. Dies dauert in der Regel vier Wochen. Die optimale Umgebungstemperatur liegt übrigens zwischen 18 und 20 Grad Celsius; ein Keller oder eine Vorratskammer eignen sich also perfekt. Unbedingt achten solltest Du auch auf den richtigen Gärverschluss. Dieser soll verhindern, dass Sauerstoff eindringt, muss aber gleichzeitig Kohlendioxid entweichen lassen.


Wenn die Gärung nach etwa vier Wochen beendet ist, ist Dein eigener Wein aber noch längst nicht fertig. Bei genauem Hinsehen wirst Du erkennen können, dass sich im unteren Teil eine Schicht gebildet hat. Diese sogenannte Trubschicht solltest Du von dem klaren Wein trennen; Experten sprechen auch von dem Abstich. Mit einem Schlauch oder einem Weinheber wird Dir dieser Vorgang auch als Laie gelingen. Eventuell musst Du den Abstich nach vier bis sechs Wochen noch einmal wiederholen. Schau einfach nach, ob Dein Wein klar ist. Ein wenig Geduld ist also definitiv nötig, wenn Du Deinen eigenen Wein herstellen möchtest.


Wenn Du den Wein nicht sofort trinken, sondern noch einige Zeit lagern möchtest, solltest Du ihm Kaliumpyrosulfit hinzugeben. Dieses schützt Dein Produkt ideal vor Bakterien. Um den Wein nun in Flaschen zu füllen, solltest Du einen Absaugschlauch benutzen. Einem Starterset liegt dieser meist bei. Verwende saubere und auf jeden Fall trockene Flaschen und verschließe diese am besten mit einem Korken. Nun lagerst Du Deinen selbst hergestellten Wein am besten liegend in einem Weinregal. So ist gewährleistet, dass der Korken immer feucht bleibt.


Wein selber machen – nicht nur aus Weintrauben möglich

Am einfachsten und bekanntesten ist es sicherlich, Wein aus Weintrauben herzustellen. Du kannst Deinen eigenen Wein aber auch aus diversen anderen Obstsorten bereiten. Erdbeer- und Kirschwein beispielsweise schmecken sehr fruchtig. Mit ein wenig Übung ist es sogar möglich, aus exotischen Früchten wie Bananen oder Rhabarber einen Wein herzustellen.


Fazit

Wie Du siehst, ist das Wein selber machen gar nicht so schwierig; viel Fachwissen benötigst Du dazu nicht. Ärgere Dich aber nicht, wenn Dir der edle Tropfen nicht gleich sofort gelingt. Die Winzer können auf eine jahrelange Erfahrung zurückblicken und mussten selbst lange experimentieren, um den perfekten Wein zu kreieren. Am besten probierst Du zunächst einmal einen Wein aus Trauben, ehe Du Dich an andere Früchte wagst. Übrigens: Wenn Du Dich für dieses Thema interessierst, kannst Du Önologie (die Lehre vom Weinbau) sogar studieren. Die Hochschule Geisenheim hat einen entsprechenden Studiengang im dualen System im Angebot.